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Bügeleisen ABC

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Gniddelstein
Mangelbrett
Pfanneneisen
Plätteisen
Satzeisen
Blockeisen 1
Blockeisen 2
Kohleneisen
Kamineisen
Glühstoffeisen
Bolzeneisen 1
Bolzeneisen 2
Spirituseisen 1
Spirituseisen 2
Gaseisen 1
Gaseisen 2
Dampfeisen
Tolleisen
Plissiergeräte
Elektroeisen
Porzellaneisen
Kindereisen
Spezialeisen
 Entwicklung

 
 
Der Glätt- oder Gniddelstein

Glätt- oder Gniddelsteine gehören zu den ältesten bekannten Bügelinstrumenten. Sie sind in mehreren Formen und Materialien bekannt, meist bestehend aus farblosem, grünem oder schwarzem Glas.
Die ältesten Funde stammen  aus  den  5.-8. Jh. nach Chr. und blieben bis in unser 20. Jh. in Gebrauch. Man benutzte sie, indem man ohne Hilfe von Wärme, aber mit starken Andruck, so lange über  das angefeuchtete oder gestärkte Wäschestück strich, bis es glatt und glänzend wurde.

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Mangelbrett mit Rolle

Eine weitere Art zum Glätten von Geweben, Leinen oder Baumwolle war eine seit dem Mittelalter bekannte Methode mit der Handmangel, dem sogenannten Mangelbrett. Das Mangelbrett besteht aus einem flachen Holzbrett mit Griff und einer hölzernen Rolle, über das die angefeuchtete Wäsche gewickelt wurde. Mit Hilfe des Mangelbrettes wurde dann mit starken Druck über die umwickelte Rolle hin und her gewalzt.

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Pfanneneisen aus China

Die alten Chinesen waren es, die schon in frühester Zeit ihre Gewänder gebügelt haben, es sind Funde von der HAN - Dynastie 200 Jahre v. Chr. bekannt. Sie füllten glühende Kohle mit Sand abgedeckt in die Pfannen und bügelten mit der Unterseite ihre seidenen Gewänder.
Leider tauchen vermehrt Fälschungen auf; sie sind leicht nachzugießen und werden auch bei uns auf den Flohmärkten angeboten. Die abgebildeten Pfannen stammen vermutlich aus dem 19. Jh., Material Bronze.

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Plätteisen, handgeschmiedet und aus Gußeisen

Das  Plätteisen ist wohl die bekannteste Form von Bügeleisen, es gibt alle denkbaren Formen und Größen, aber eines haben alle gemeinsam, sie brauchen eine Wärmequelle und die war meistens der  Kohlenherd, der  in  jedem Haushalt zu finden war und im Sommer und Winter zum Kochen unter Feuer stand. Bekannt auch als Stelleisen, Anlegeeisen, Flacheisen, Krageneisen, Ärmeleisen, Glanzeisen finden sie seit dem Mittelalter bis in die heutige Zeit ihre Anwendung.

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Satzeisen oder Wechselgriff-Eisen

Die Amerikanerin  Mrs. Pott  hatte im Jahre 1871die großartige Idee, mehrere Eisen mit nur einem ausklinkbaren Griff zu nutzen. Die Vorteile wurden schnell erkannt und sie wurden in Amerika und Europa in großen Mengen produziert.
Angeboten wurden Sätze von 2-4 Stück, die oft unterschiedliche Größen und Formen beinhalteten. Die Wärmequelle war wie bei den Flacheisen der Kohlen- oder Gasherd. Interessant ist der Verschlußmechanismus, der viele Erfinder anregte und immer wieder neue Arten hervorbrachte.

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Blockeisen, Schneidereisen

Wie der Name schon sagt, bestehen diese Eisen aus einem Block, Eisen oder Stahl, geschmiedet bzw. gegossen. 
Sie haben ein beträchtliches Gewicht von 3-12 kg und wurden vorwiegend von Schneidern bis in das 20. Jh. genutzt. 

 

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Blockeisen mit ausklinkbarem Griff

Diese Eisen unterscheiden sich zu den normalen Blockeisen durch ihren ausklinkbarem Griff, der in den meisten Fällen durch zwei angeschmiedete Ösen geschoben und mittels eines Riegels festgehalten wurde. Wie bei den Satzeisen ist die Verschlussart des Griffes in vielen Arten bekannt.

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Kohleneisen

Das Kohleneisen ist eine Weiterentwicklung des bekannten chinesischen Pfanneneisen. Es hat einen geschlossenen Hohlkörper mit aufklappbarem Deckel, zur Aufnahme glühender Kohlen. Für die erforderliche Luftzufuhr sorgten seitlich angebrachte Öffnungen, die bei heftigen hin und her schwenken die Kohlenglut neu entfachte.
Die Eisen hatten schwerwiegende Nachteile die so manche Büglerin zur Verzweiflung brachten. Ruß- und Ascheflug sorgten dafür dass so manches Wäschestück  erneut  gewaschen  werden  mußte und  die  Abgase  verpesteten  das ganze Haus. Die Eisen werden in Entwicklungsländer heute noch genutzt.

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Kamineisen

Das Kamineisen ist wie die Form zeigt, ein Kohleneisen mit verbessertem Rauchabzug, das den beißenden Qualm von der Büglerin abwenden soll. 
Die Kamine wurden für Links- und Rechtshänder konstruiert und sogar wie bei den Rievels Patent - Bügeleisen schwenkbar geliefert, in dessen Beschreibung man von einer epochemachenden Neuheit und leicht handlicher Form spricht. Die Werbung von 1904 war schon genauso optimistisch wie in unseren Tagen, das Eisen wurde in fünf Größen geliefert. (4-12 kg)

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Glühstoffeisen

Eine Weiterentwicklung des Kohleneisen war das Glühstoffeisen. Es wurde mit speziell hergestellter Bügelkohle betrieben, die besseren Brand, gleichmäßigere Hitze und geruchsfrei sein sollte. Das bekannteste ist das Max Elb aus dem Jahre 1894 von der deutschen Glühstoff - Gesellschaft Dresden. Drei Jahre später wurde die verbesserte Form, das DALLI Eisen hervorgebracht, das von anderen Firmen unter den Namen FLOTT, PERFEKT und FIX nachgebaut wurde.

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Bolzeneisen, Kasteneisen

Ein Bolzen- oder Kasteneisen hat einen hohlen Innenraum, in den zum Bügeln ein zuvor im Feuer erhitzter Bolzen geschoben wird. Der Bolzen wird auf der Rückseite eingeführt und mit einer Klappe oder einem Fallschieber gesichert. Von den Bolzen brauchte man mindestens zwei Stück, die abwechselnd im Feuer erhitzt werden mussten. Unter den Kasteneisen aus dem 17.-19. Jh. sind viele kleine Kunstwerke bekannt, reich verziert mit Schnörkel und Ziselierungen.  Einfache Eisen aus Messingguß waren im 19. Jh. sehr gebräuchlich.

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Bolzeneisen, Ochsenzunge

Eine besondere Art der Bolzeneisen waren die beliebten Ochsenzungen. In der langen, schmalen, halbrunden Form wurden sie nach ihren Hauptabsatzgebieten Berliner oder Württemberger Eisen genannt.
Ihre Beliebtheit verdankt die Ochsenzunge ihren universellen Einsatzmöglichkeiten. Sie war für alle gängigen Feinbügelarbeiten verwendbar, für die sonst Spezialbügeleisen erforderlich waren. 

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Spiritus- und Benzineisen mit Tank

Die Idee, Eisen mit Spiritus zu beheizen kommt aus Amerika, wo erste Versuche um 1850 gemacht wurden. Josef Feldmeyer aus Würzburg meldete 1895 deutsche Patente an und baute das Gerät in zahlreichen Formen und Größen. Beliebt waren die kleinen Reise - Spirituseisen, denn der benötigte Brennstoff konnte man mitnehmen oder war leicht zu beschaffen.
Zum Prinzip:
Der Brenner mit Tank wurde aus dem Eisen genommen, um ihn ausserhalb anzuwärmen, so dass die nötigen Gase entstanden und der Brenner sich entzündete. Brenndauer je nach Reglereinstellung ca. eine Std.

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Spirituseisen ohne Tank

Diese kleinen Eisen waren ideal für das Haus, die Reise, die Ferien und den Sport, ohne jede Explosionsgefahr, ohne Geruch oder Rauch, heißt ein Werbeslogan von der Firma META, einem Hersteller von Brennspiritus in fester Form, "weisse Kohle" genannt.
Bei den abgebildeten Eisen wird zum Teil auch normaler Spiritus benutzt. Das Eisen wird auf den abgeflachten Griff gestellt und ein kleiner seitlich herausschwenkbarer Minibehälter wird gefüllt, angezündet und in 2-3 Min. die Bügelsohle erhitzt. Leider verflüchtigte sich die Hitze sehr schnell und der Vorgang mußte oft wiederholt werden.

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Gaseisen mit externem Brenner

Der Gedanke, mit Gas zu bügeln, kam auf, als in den Städten Leuchtgasnetze installiert wurden. Dies geschah in grösseren Umfang in den zwanziger Jahren. Die ersten Gasbügeleisen mussten noch mit zusätzlichem Brenner oder Gas-Untersetzer betrieben werden. Die gebräuchlichste Form war, das Eisen wurde mit der Rückseite  auf einen speziellen Brenner gestellt, die Flamme drang in das Eiseninnern und erwärmte die Eisensohle. Um genügend Luft zuzuführen, sind große Luftlöchern vorgesehen.

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Gaseisen mit internem Brenner

Das System der offenen Flamme war sehr Energie verschwendend und zudem gefährlich, deshalb ging man dazu über, die Eisen mit internem Brenner zu versehen und direkt an die Gasleitung anzuschließen. Vorteil war eine bessere Regelbarkeit der Hitze, die durch Gas - Luftgemisch - Regler einzustellen war, Nachteil war der lästige Schlauch.

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Dampfbetriebene Eisen

Dampfbetriebene Eisen wurden ausschließlich in Grossbüglereien genutzt. Sie wurden über ein Zwei - Schlauchsystem an dampferzeugende Maschinen angeschlossen. Der Dampf lieferte die Heizenergie.
Wie an den zwei abgebildeten Eisen von der Fa. Hoffmann zu erkennen ist wurde der Dampf über ein Reglergestänge links oben am Griff dosiert. Bitte nicht zu verwechseln mit den Elektro - Dampfbügeleisen, hierbei tritt kein Dampf aus.

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Rüschen und Tolleisen

Rüschen oder Tolleisen kannte man schon in 16. Jh. Der Adel oder das bessere Volk verschönerten Ihre Hemden mit riesigen Rüschenkrägen, die mit diesen Spezialeisen geformt und geglättet wurden.
Diese Eisen gehören zu den ältesten Bolzeneisentypen und waren bis ins 20. Jh. in Gebrauch.
 

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Spezialgeräte zum Plissieren

Ähnliche Funktionen wie bei den Tolleisen wiesen die Plissierscheren, bzw. Plissiermaschinen auf, die in franz., engl. oder amerik. Mode ihren Gebrauch fanden.

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Elektroeisen

In Deutschland begann die Geschichte des elektrischen Bügeleisen am 24.08.1890, wie es in der Patentschrift 60805 des kaiserlichen Patentamtes zu Berlin nachzulesen ist, Carl Zipernowsky aus Budapest bekam das Patent zugesprochen. Bereits 1897 erscheint ein elektr. Bügeleisen in den Verkaufslisten von AEG. Durch die zunehmende Stromversorgung in Stadt und Land, war der Siegeszug des Elektroeisen nicht mehr zu bremsen.
Elektroeisen aus Anfängen sind selten und sehr gesucht. Von den Sammlern bisher wenig beachtet, bekommen sie in letzter Zeit starken Aufwind. 

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Elektro - Porzellaneisen

Elektroeisen aus Porzellan waren eine schöne Variante, sie haben durch die schlechte Wärmeleitfähigkeit des Materials einen Vorteil für die Hände, die beim Bügeln oft Brandblasen davontrugen. In Deutschland wurden die Eisen in der Vorkriegszeit wegen einkalkulierten Engpässen bei Metallen durch die Reichsregierung gefördert. Die Eisen wurden von 1930 - 1948 von verschiedenen Firmen produziert, auf der Abbildung von links, Eisen von der Fa. Rosenthal, Atlas-Eisen und Fa. Stotz

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Kinder -  Bügeleisen

Kinderbügeleisen waren nicht nur ein Spielzeug, sondern die Mütter wollten ihre Töchter schon früh genug die hohe Kunst des Bügelns vermitteln. Es gab wie bei den großen Eisen, alle Typen auch als Kinderbügeleisen. Sie sind bei den Sammlern sehr beliebt. 

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Ei-Eisen, Fußbügeleisen,Huteisen und Spezialeisen
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  Bild 1 
- Papilloteneisen
- kleines Ei-Eisen
- Kragenbügler
- Blumeneisen
- grosses Ei-Eisen
- Plissierzange
  Bild 2 
- Fussbügeleisen aus
  Ägypten
  18 kg schwer
 

 

  Bild 3 + 4
- Ärmelbügeleisen
  sogenannte Kabyleisen
  aus Frankreich und
  Deutschland
  Bild 5
- Hutbügeleisen
- Hutspanner
 
 
 

 

  Bild 6
- Glanz-Bügeleisen 
  Bild 7 
-.Elektro-Dampfeisen
- Elektro-Seideneisen
   
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Entwicklung in kompletter Darstellung
 

Wer Interesse hat, kann die links abgebildete Zeichnung sich im Detail anschauen,

oder ausdrucken. Zeigt die Bügeleisengeschichte noch einmal in Kurzform 

hier anklicken

Achtung ladeintensiv
Daten von mir, Zeichner unbekannt !


 
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