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Der Ranschgraben ist ein
von Menschenhand geschaffener Wasserlauf. Bis zum
17. Jahrhundert war "der Ranst" ein waldarmes Busch-
und Sumpfgelände, das mit zahlreichen Tümpeln
durchsetzt war. Das Gebiet diente den Bauern häufig
als Viehweide. Im Jahr 1716 wurde vom "Hesslerbruch"
bis zur Rehhütte ein Graben ausgeworfen, um das
Sumpfgelände zu entwässern.
1934 wurde der Graben dann durch den sogenannten
"Reichsarbeitsdienst", der in Schifferstadt ein
großes Lager unterhielt, "auf Linie" gebracht, d.h.
der bisher von zahlreichen Mäandern geprägte
Bachlauf wurde begradigt.
Der Stadtwald Schifferstadt ist geprägt von
zahlreichen Waldwiesen, die erst im 19. Jahrhundert
entstanden sind. Bauern hatten ursprünglich das
Recht, ihr Vieh in den Wald zur "Waldweide" zu
führen. Durch das Abfressen der neuen Triebe wurde
der Jungwald ruiniert und die Nachhaltigkeit wurde
dadurch gefährdet. Das Recht der Bauern zur
"Waldweide" wurde dadurch abgelöst, dass große
Wiesenflächen zum Ausgleich geschaffen wurden. Heute
stehen die meisten Waldwiesen unter Naturschutz,
weil sich dort seltene Pflanzen, darunter auch
Orchideenarten angesiedelt haben. Das Betreten
dieser Waldwiesen ist daher aus verständlichen
Gründen verboten. Ein Gedenkstein in Form eines
Kreuzes in der Gewanne "Im Gay" in der Nähe des
"Schmetterlingsweges" erinnert an eine wahre
Geschichte aus dem 19.Jahrhundert.
Die Region war bitterarm und so waren Wilderei und
Holzdiebstahl ein weit verbreitetes Übel. Die
Förster, die die Staatsmacht repräsentierten, waren
nicht sonderlich beliebt, hinderten sie doch den
armen Teil der Bevölkerung daran, sich aus dem Wald
das zu holen, was sowieso da war: Fleisch und
Heizmaterial. Es kam zu regelrechten Kriegen
zwischen den Förstern und den
zahlreichen Wildererbanden. Ein Behördenbericht aus
der damaligen Zeit beklagt wortreich die Zustände
und vermerkt, die Polizei würde sogar den Wilderern
aus dem Wege gehen. Und so kam es dann, dass ein
Wilderer am 6. Mai 1876 den Forsthüter
Martin Witt ermordete. An diese Untat erinnert das Gedenkkreuz
in der Gewanne "Im Gay". Eine frühere Zauntrasse des
ehemaligen Munitionsdepots liegt am östlichen
Verlauf des Schmetterlingsweges. Es wurde Anfang der
fünfziger Jahre gegen den Protest der
Schifferstadter Bevölkerung errichtet, es wurde
sogar vermutet, dass Atomwaffen gelagert werden
sollten. Zu Beginn der neunziger Jahre wurde das
Lager geräumt, zwei ehemalige Bunker wurden zu
Winterquartieren für Fledermäuse umgebaut, fast alle
anderen Bunker, Wachhäuser und Mannschaftsräume
wurden abgerissen und das Gelände damit der Natur
zurückgegeben. |