18.10.2007
  Wander.- und Laufwege, hier ...  

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WALDLEHRPFAD
(
Grün, Markierungssymbol: Baum)
Länge: etwa 3,5 km
Von der Waldfesthalle aus wird die Speyerer Straße überquert, am Parkplatz des Vogelvereins 1959 verläuft der Waldlehrpfad parallel zur Speyerer Straße. Dann begleitet er den Ranschgraben bis zur Steinernen Brücke am Otterstadter Weg. Hier biegt er links ab in Richtung Schifferstadt, um dann über den Wohlfahrtsweg zurück zum Ausgangspunkt zu führen.

   

SCHMETTERLINGSWEG
(Rot, Markierungssymbol: Schmetterling)
Länge: etwa 7 km

Er verläuft wie der Waldlehrpfad zunächst bis zur Steinernen Brücke am Otterstadter Weg. Von dort aus führt er geradeaus weiter am Ranschgraben entlang bis zur alten Waldseer Straße. Auf der Waldseer Straße wird der Ranschgraben überquert und der Weg verläuft wiederum entlang des Ranschgrabens zurück nach Süden. An der Steinernen Brücke angekommen,  verläuft der Schmetterlingsweg entlang des Otterstadter Weges nach Südosten, um dann durch den Stockgarten zur Hesslerbruchwiese zu gelangen. Durch den Hesslerbruch hindurch führt der Weg dann zum Ausgangspunkt zurück.

   

LÄUFERWEG
(Blau, Markierungssymbol: Läufer)
Länge: etwa 2,5 km
Von der Waldfesthalle aus führt der Läuferweg durch die Unterführung am Vogelpark unter der Eisenbahnlinie hindurch und überquert die Dudenhofener Straße. Von dort umrundet er das Naturschutzgebiet "Spießlache - Kohllache". Entlang des Weges sind Skulpturen der "Schifferstadter Wald-Art-Tage" aus dem Jahre 1996 zu sehen. Ebenso sind an diesem Weg Hügelgräber aus der Bronzezeit zu entdecken.

   

WILDBLUMENWEG
(Gelb, Markierungssymbol: Blume)
Länge: etwa 7 km
Der Wildblumenweg folgt zunächst dem Verlauf des Läuferweges, durchquert dann die Neubronner Heide, überquert die A 6, um dann zum Stürzigweiher zu gelangen. Von dort führt er auf einem Forstweg durch das Naturschutzgebiet "Neue Wiese - Wasserlacherhecke". Da nach begleitet er den Ranschgraben um dann wiederum über die südliche Autobahnbrücke zur Waldabteilung "Nachtweide" zu gelangen. Dort führt er an der Waldabteilung "Schimmelslache" vorbei auf dem Läuferweg zurück zum Ausgangspunkt.

   
 
EINIGE HISTORISCHE ANMERKUNGEN ZUM STADTWALD
VON SCHIFFERSTADT von Ernst-Christian Driedger
 

Der Ranschgraben ist ein von Menschenhand geschaffener Wasserlauf. Bis zum 17. Jahrhundert war "der Ranst" ein waldarmes Busch- und Sumpfgelände, das mit zahlreichen Tümpeln durchsetzt war. Das Gebiet diente den Bauern häufig als Viehweide. Im Jahr 1716 wurde vom "Hesslerbruch" bis zur Rehhütte ein Graben ausgeworfen, um das Sumpfgelände zu entwässern. 1934 wurde der Graben dann durch den sogenannten "Reichsarbeitsdienst", der in Schifferstadt ein großes Lager unterhielt, "auf Linie" gebracht, d.h. der bisher von zahlreichen Mäandern geprägte Bachlauf wurde begradigt.

Der Stadtwald Schifferstadt ist geprägt von zahlreichen Waldwiesen, die erst im 19. Jahrhundert entstanden sind. Bauern hatten ursprünglich das Recht, ihr Vieh in den Wald zur "Waldweide" zu führen. Durch das Abfressen der neuen Triebe wurde der Jungwald ruiniert und die Nachhaltigkeit wurde dadurch gefährdet. Das Recht der Bauern zur "Waldweide" wurde dadurch abgelöst, dass große Wiesenflächen zum Ausgleich geschaffen wurden. Heute stehen die meisten Waldwiesen unter Naturschutz, weil sich dort seltene Pflanzen, darunter auch Orchideenarten angesiedelt haben. Das Betreten dieser Waldwiesen ist daher aus verständlichen Gründen verboten. Ein Gedenkstein in Form eines Kreuzes in der Gewanne "Im Gay" in der Nähe des "Schmetterlingsweges" erinnert an eine wahre Geschichte aus dem 19.Jahrhundert.
Die Region war bitterarm und so waren Wilderei und Holzdiebstahl ein weit verbreitetes Übel. Die Förster, die die Staatsmacht repräsentierten, waren nicht sonderlich beliebt, hinderten sie doch den armen Teil der Bevölkerung daran, sich aus dem Wald das zu holen, was sowieso da war: Fleisch und Heizmaterial. Es kam zu regelrechten Kriegen zwischen den Förstern und den zahlreichen Wildererbanden. Ein Behördenbericht aus der damaligen Zeit beklagt wortreich die Zustände und vermerkt, die Polizei würde sogar den Wilderern aus dem Wege gehen. Und so kam es dann, dass ein Wilderer am 6. Mai 1876 den Forsthüter Martin Witt ermordete. An diese Untat erinnert das Gedenkkreuz in der Gewanne "Im Gay". Eine frühere Zauntrasse des ehemaligen Munitionsdepots liegt am östlichen Verlauf des Schmetterlingsweges. Es wurde Anfang der fünfziger Jahre gegen den Protest der Schifferstadter Bevölkerung errichtet, es wurde sogar vermutet, dass Atomwaffen gelagert werden sollten. Zu Beginn der neunziger Jahre wurde das Lager geräumt, zwei ehemalige Bunker wurden zu Winterquartieren für Fledermäuse umgebaut, fast alle anderen Bunker, Wachhäuser und Mannschaftsräume wurden abgerissen und das Gelände damit der Natur zurückgegeben.

 

Textquelle: aus der Broschüre "Schifferstadt ist Gold wert"

Texte: Forstrevier Schifferstadt, Ernst -Christian Diedger

 
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